Hey Omi, ich bin’s!

Hey Omi, ich bin’s! · Ratgeber

Deepfakes

Fake-Werbung mit Prominenten

Ein Moderator, ein Politiker, ein Unternehmer: In einem Video empfiehlt ein bekanntes Gesicht eine Geldanlage mit sicheren Gewinnen. Das Video ist mit künstlicher Intelligenz gefälscht, die Nachrichtenseite dahinter auch.

Auch bekannt als: Deepfake Scam Ads, Celebrity Endorsement Scam, Promi-Deepfake, gefälschtes Interview.

Stand: 2. Oktober 2026. Diese Seite wird regelmäßig geprüft.

So läuft es ab

Die Werbung erscheint in sozialen Netzwerken oder als Anzeige neben Nachrichten. Sie führt auf eine Seite, die wie ein bekanntes Nachrichtenportal aussieht und ein Interview zeigt, das nie stattgefunden hat. Wer sich registriert, bekommt einen Anruf von einem angeblichen Berater. Es beginnt mit einer kleinen Einzahlung, dann werden die Beträge größer. Die Gewinne auf dem Bildschirm sind erfunden, das Geld geht direkt an die Täter. So beschreibt es die BaFin.

Warum die Videos überzeugen

Programme können Gesicht und Stimme einer Person aus wenigen Minuten Videomaterial nachbilden. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik nennt Hinweise auf Fälschungen: Übergänge am Gesichtsrand, unscharfe Augen und Zähne, Licht, das nicht passt, Lippen, die nicht zum Ton passen. Gute Nachbildungen zeigen davon wenig. Deshalb zählt die Prüfung des Angebots mehr als die Prüfung des Videos.

Woran Sie das Angebot erkennen

  • Sichere Gewinne, hohe Rendite, wenig Risiko. Das gibt es nicht.
  • Ein Prominenter, der angeblich in einer Sendung ein Geheimnis verraten hat.
  • Eine Registrierung mit Telefonnummer, danach ein Anruf.
  • Erst eine kleine Einzahlung, dann die Bitte um mehr.
  • Auszahlung nur gegen weitere Zahlung, etwa für Steuern oder Gebühren.

Der wichtigste Satz

Prominente empfehlen keine Geldanlage im Internet. Ein Video, in dem einer das tut, ist gefälscht. Prüfen Sie den Anbieter in der Unternehmensdatenbank der BaFin, bevor Sie einen Euro überweisen.

Was Sie tun

  1. Nicht klicken. Keine Registrierung, keine Telefonnummer eingeben.
  2. Anbieter prüfen. In der Unternehmensdatenbank der BaFin. Wer dort nicht steht, hat keine Erlaubnis der Aufsicht.
  3. Niemals nachzahlen. Wer für eine Auszahlung Gebühren verlangt, zahlt nie aus.
  4. Melden. Die Werbung im Netzwerk über die Meldefunktion markieren, bei Verlust Anzeige bei der Polizei erstatten.

Wenn schon etwas passiert ist

Schon eingezahlt? Keine weiteren Zahlungen, auch nicht an angebliche Rückholer, die Ihr Geld gegen Gebühr zurückbringen wollen. Das ist der nächste Betrug. Bank informieren, Anzeige erstatten, Unterlagen und Chatverläufe sichern.

Buchumschlag „Hey Omi, ich bin’s!“ von Tobias Kremp

Aus dem Buch

Hey Omi, ich bin’s!

Kapitel 20 behandelt falsche Geldanlagen, darunter die Werbung mit Promi-Video. Kapitel 21 beschreibt die zweite Falle: den Betrug an Menschen, die schon Geld verloren haben.

268 Seiten · 24,90 € · erscheint am 23. Oktober 2026 bei BoD · ISBN 978-3-6963-6145-7

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Fragen und Antworten

Weiterlesen

Fachlich vertieft im Glossar: Deepfake, Anlagebetrug §263 StGB, Recovery Scam.

Quellen

  1. Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, „Betrug: Anlageversprechen mit gefälschter Promi-Werbung“, 29.04.2025, bafin.de.
  2. Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, „Deepfakes: Gefahren und Gegenmaßnahmen“, bsi.bund.de.
  3. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „Online-Betrug: Deepfake-Betrug“, polizei-beratung.de.
  4. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „Vorsicht Betrug: Bedrohungen durch KI“, 12.02.2026, polizei-beratung.de.