Hey Omi, ich bin’s! · KI-Beispiele
Video · eineinhalb Minuten
Zwei Stimmen, die es nicht gibt
Zwei Sprecher stellen den Ratgeber vor. Es gibt sie nicht. Stimmen, Pausen und Lachen hat ein Computer aus Unterlagen zum Buch erzeugt. Dabei hat er sich mehrfach geirrt, mit derselben Sicherheit, mit der er Richtiges sagt.
Stand: 14. Oktober 2026. Ausschnitt aus dem ganzen Gespräch (4:45 Minuten), das Sie auf der Buchseite hören können.
Drei Fehler in diesem Ausschnitt
- „als ich den Ratgeber gelesen habe“ Die Sprecherin gibt es nicht. Sie hat nichts gelesen. Auch ihr Lob hat der Computer erzeugt.
- „diese Technologie wird ja gerade massenhaft gegen die Menschen eingesetzt“ Im Buch steht: Wie oft Betrüger in Deutschland schon mit nachgemachten Stimmen anrufen, weiß niemand genau. Nachgewiesen ist das bisher selten.
- „Die KI ist eben kein Papagei.“ Im Buch ist der Papagei gerade das Bild für das Stimmklonen: ein Papagei, der jeden Satz sprechen kann, den man ihm eintippt.
Im ganzen Gespräch stecken acht solcher Stellen. Die Auflösung steht auf der Buchseite direkt beim Player.
Was daraus folgt
Keine dieser Stimmen gehört einem Menschen. Ein frei verfügbares Programm hat das Gespräch in wenigen Minuten erzeugt, mit Zögern, Pausen und Lachen. Was die Stimmen sagen, bestimmt allein, wer ihnen den Text gibt.
Am Telefon schützt deshalb eine Absprache: Codewort und eigener Rückruf. Tippen Sie die Nummer selbst ein, ohne Rückruftaste.
Ausschnitt zum Mitlesen
Sprecherin: Dieses Gespräch ist KI-erzeugt. Äh, beängstigend, oder?
Sprecher: Ja, das ist wirklich ein absoluter Augenöffner.
Sprecherin: Total! Also genau das dachte ich mir auch, als ich den Ratgeber „Hey Omi, ich bin’s“ von Tobias Kremp gelesen habe.
Sprecher: Ein extrem wichtiges Buch zurzeit.
Sprecherin: Absolut. Und wissen Sie, diese Technologie wird ja gerade massenhaft gegen die Menschen eingesetzt, die wir am meisten lieben.
Sprecher: Genau. Also gerade unsere älteren Eltern und Großeltern.
Sprecherin: Richtig. Deshalb wollen wir uns heute mal ganz genau anschauen, wie wir unsere Angehörigen vor diesem KI-Telefonbetrug schützen können, und zwar auf Augenhöhe, ohne dieses, äh, ja, bevormundende Gefühl.
Sprecher: Was hier wirklich faszinierend, aber eben auch total erschreckend ist, ist ja die technische Realität dahinter.
Sprecherin: Ja, man glaubt das ja anfangs gar nicht.
Sprecher: Nee, überhaupt nicht. Also, wir sind es ja unser ganzes Leben lang gewohnt, dass eine vertraute Stimme am Telefon, äh, quasi so ein unumstößlicher Beweis für die Identität eines Menschen ist.
Sprecherin: Dass da wirklich der Enkel am Apparat ist.
Sprecher: Exakt, aber das gilt heute einfach nicht mehr. Die Täter brauchen oft wirklich nur noch, äh, 10 kurze Sekunden Audiomaterial.
Sprecherin: 10 Sekunden?
Sprecher: Ja.
Sprecherin: Das ist ja gar nichts.
Sprecher: Ja, das reicht völlig, um die Stimme eines Familienmitglieds perfekt zu klonen. Das nennt man Voice Cloning.
Sprecherin: Ah, okay.
Sprecher: Also ein kurzes, äh, öffentliches Video auf Social Media reicht da schon komplett aus.
Sprecherin: Krass. Man stellt sich das ja oft vor wie so 'n Papagei, der einfach vorher aufgenommene Sätze nachplappert, oder?
Sprecher: Ja, genau das ist der Trugschluss. Die KI ist eben kein Papagei. Sie scannt quasi den kompletten, äh, musikalischen Fingerabdruck Ihrer Stimme.
Aus dem Buch
Hey Omi, ich bin’s!
Kapitel 1 erklärt, wie Computer Stimmen nachmachen und wie Sie das Codewort mit der Familie vereinbaren. Die 42 Fälle zum Üben, echt oder Betrug, trainieren das Erkennen mit Auflösung.
268 Seiten · 24,90 € · erschienen am 23. Oktober 2026 bei BoD · ISBN 978-3-6963-6145-7
Fragen und Antworten
Sind die Stimmen in dem Gespräch echt?
Nein. Beide Stimmen hat ein Computer erzeugt, mit Zögern, Pausen und Lachen. Die Sprecher gibt es nicht.
Warum stehen Fehler in dem Gespräch?
Der Computer hat sich beim Erzeugen mehrfach geirrt, mit derselben Sicherheit, mit der er Richtiges sagt. Die Fehler sind absichtlich drin geblieben und auf dieser Seite aufgelöst.
Wie schütze ich mich vor Anrufen mit KI-Stimmen?
Mit einer Absprache in der Familie: Codewort und eigener Rückruf. Legen Sie auf und tippen Sie die bekannte Nummer selbst ein, ohne Rückruftaste.