Hey Omi, ich bin’s!

Hey Omi, ich bin’s! · Ratgeber

Falsche Beamte

Wie meldet sich die echte Polizei am Telefon?

Ein Anruf von der Kriminalpolizei. Im Display steht 110. Es gab Einbrüche in Ihrer Straße, Ihr Geld sei nicht mehr sicher. Alles daran ist falsch, und zwar von der ersten Sekunde an.

Auch bekannt als: Falsche Polizeibeamte, Fake Police Call, Call ID Spoofing, Rufnummernfälschung.

Stand: 2. Oktober 2026. Diese Seite wird regelmäßig geprüft.

So arbeiten falsche Polizisten

Die Täter berichten von Einbrechern in der Nachbarschaft oder von einer Bande, die es auf Ihr Konto abgesehen hat. Sie fragen nach Bargeld, Schmuck und Konten. Dann soll ein Kollege alles abholen und in Sicherheit bringen. Die Rufnummer im Display wird dabei gefälscht, so dass 110 oder die Nummer einer Dienststelle erscheint. Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt die Masche so.

Was echte Polizei nie tut

  • Sie ruft nie mit der 110 an. Die 110 ist nur für Ihren Anruf da.
  • Sie fragt am Telefon nie nach Ihrem Vermögen.
  • Sie holt kein Geld und keine Wertsachen ab und bewahrt nichts für Sie auf.
  • Sie verlangt keine Kaution, keine Überweisung, keine Gutscheine.
  • Sie fordert Sie nie auf, das Gespräch geheim zu halten.

Wie Sie prüfen, ob ein Anruf echt ist

Legen Sie auf. Suchen Sie die Nummer Ihrer Dienststelle selbst heraus, aus dem Telefonbuch oder dem Internet, und rufen Sie dort an. Nutzen Sie nie die Rückruftaste. Echte Beamte haben Verständnis dafür. Wer stattdessen Druck macht, hat sich verraten.

An der Haustür

Lassen Sie sich den Dienstausweis zeigen und rufen Sie die Dienststelle an, bevor Sie öffnen. Echte Polizisten warten draußen.

Die Steigerung: der „Digital Arrest“

In Indien halten falsche Ermittler ihre Opfer stundenlang per Videoanruf fest, mit Uniform, Dienstsiegel und einer Dienststelle als Kulisse, und erklären sie für „digital festgenommen“. Freikommen soll man durch Überweisungen. Eine Festnahme per Videoanruf gibt es in keiner Rechtsordnung. Für Deutschland liegen keine amtlichen Zahlen vor, die Bausteine sind aber dieselben wie bei den hiesigen falschen Polizisten. Mehr dazu im Glossar: Digital Arrest.

Der wichtigste Satz

Die Polizei ruft nicht mit der 110 an, fragt nicht nach Ihrem Vermögen und holt nichts ab. Wer eines davon tut, ist keine Polizei.

Was Sie tun

  1. Auflegen. Ohne Erklärung. Sie schulden niemandem ein Gespräch.
  2. Dienststelle selbst anrufen. Nummer selbst heraussuchen und selbst eintippen.
  3. Nichts übergeben. Keinem Boten, keinem Kollegen, niemandem.
  4. Melden. Jeden Versuch bei der Polizei anzeigen, die gefälschte Rufnummer an die Bundesnetzagentur geben.

Wenn schon etwas passiert ist

Jemand steht vor der Tür und will Wertsachen abholen? Tür zu, 110 anrufen. Wenn schon etwas übergeben ist: 110, Bank verständigen, Karten unter 116 116 sperren.

Buchumschlag „Hey Omi, ich bin’s!“ von Tobias Kremp

Aus dem Buch

Hey Omi, ich bin’s!

Kapitel 6 behandelt falsche Polizeibeamte am Telefon und an der Haustür. Das Notfallblatt für den Kühlschrank hält die Nummer der echten Dienststelle fest.

268 Seiten · 24,90 € · erscheint am 23. Oktober 2026 bei BoD · ISBN 978-3-6963-6145-7

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Fragen und Antworten

Weiterlesen

Fachlich vertieft im Glossar: Schockanruf, Digital Arrest.

Quellen

  1. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „Betrug durch falsche Polizisten“, polizei-beratung.de.
  2. Bundesnetzagentur, „Beschwerdezahlen im Bereich Rufnummernmissbrauch weiter auf hohem Niveau“, 09.02.2026, bundesnetzagentur.de.
  3. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „Schockanrufe: Panikmache am Telefon“, 02.07.2026, polizei-beratung.de.