OTC-Desk (Over the Counter)
Handelsschalter für große Krypto-Volumina außerhalb der öffentlichen Orderbücher. Seriöse Desks bedienen institutionelle Kunden. Unregulierte Desks gehören zu den wichtigsten Kanälen der professionellen Geldwäsche.
Abgrenzung
Ein OTC-Desk ist ein Händler, keine Börse. Er stellt einem Kunden einen Preis für ein großes Volumen und wickelt das Geschäft bilateral ab, ohne dass der Auftrag im öffentlichen Orderbuch erscheint. Seriöse Desks sind Teil regulierter Börsen oder eigenständig lizenziert und prüfen ihre Kunden. Der Begriff wird in Ermittlungen meist für die andere Sorte gebraucht: Anbieter, die Kryptowerte gegen Bargeld oder Banküberweisung tauschen, keine Fragen stellen und ihre Kunden über Messenger finden. Solche Desks sind ein Off-Ramp ohne Aufsicht. Wo sie Teil eines geschlossenen Netzwerks sind, überschneidet sich der Begriff mit dem Underground Banking und mit den Chinese Money Laundering Networks.
Rechtlicher Rahmen
Der gewerbliche Tausch von Kryptowerten gegen Geld ist in der EU erlaubnispflichtig nach der MiCA-Verordnung. Wer ohne Erlaubnis handelt, begeht eine Straftat nach dem Kreditwesengesetz beziehungsweise dem Kryptomärkteaufsichtsgesetz und ist zugleich Verpflichteter nach dem Geldwäschegesetz, dessen Pflichten er nicht erfüllt. Die FATF beschreibt unregulierte OTC-Händler seit 2018 als Bestandteil professioneller Geldwäschenetzwerke.
Quellen
FATF, Professional Money Laundering (Juli 2018), Abschnitt zu Geldwäschedienstleistern. FATF, Bericht zu Hawala, Underground Banking und Kryptowerten (2026). Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Artikel 3 und 59. Europol, IOCTA 2026.
Im Nachschlagewerk
Eintrag II.10 des Werks beschreibt, wie unregulierte OTC-Desks Kunden gewinnen, wie sie ihre Liquidität beschaffen, woran ein Analyst ihre Adressen erkennt und in welchen Verfahren der letzten Jahre sie eine Rolle gespielt haben. Die Quellenzeile nennt Fundstelle, Fassung und Datum.
→ Vertiefung: Ein Geschäftsmodell, drei EtikettenFragen zu diesem Begriff
Was ist ein OTC-Desk?
Handelsschalter für große Krypto-Volumina außerhalb der öffentlichen Orderbücher. Seriöse Desks bedienen institutionelle Kunden. Unregulierte Desks gehören zu den wichtigsten Kanälen der professionellen Geldwäsche.
Wovon ist ein OTC-Desk abzugrenzen?
Ein OTC-Desk ist ein Händler, keine Börse. Er stellt einem Kunden einen Preis für ein großes Volumen und wickelt das Geschäft bilateral ab, ohne dass der Auftrag im öffentlichen Orderbuch erscheint. Seriöse Desks sind Teil regulierter Börsen oder eigenständig lizenziert und prüfen ihre Kunden. Der Begriff wird in Ermittlungen meist für die andere Sorte gebraucht: Anbieter, die Kryptowerte gegen Bargeld oder Banküberweisung tauschen, keine Fragen stellen und ihre Kunden über Messenger finden. Solche Desks sind ein Off-Ramp ohne Aufsicht.
Wie ist ein OTC-Desk rechtlich eingeordnet?
Der gewerbliche Tausch von Kryptowerten gegen Geld ist in der EU erlaubnispflichtig nach der MiCA-Verordnung. Wer ohne Erlaubnis handelt, begeht eine Straftat nach dem Kreditwesengesetz beziehungsweise dem Kryptomärkteaufsichtsgesetz und ist zugleich Verpflichteter nach dem Geldwäschegesetz, dessen Pflichten er nicht erfüllt. Die FATF beschreibt unregulierte OTC-Händler seit 2018 als Bestandteil professioneller Geldwäschenetzwerke.
Kremp, Tobias: OTC-Desk (Over the Counter). In: Glossar der digitalen Finanzkriminalität, digitale-enteignung.de, Stand September 2026. https://digitale-enteignung.de/glossar/otc-desk