Geldwäsche (Drei-Phasen-Modell)
Klassisches Beschreibungsmodell in drei Phasen: Einschleusen inkriminierter Gelder in den Finanzkreislauf (Placement), Verschleiern der Herkunft über Transaktionsketten (Layering), Rückführung in den legalen Wirtschaftskreislauf (Integration). Beim industrialisierten Anlagebetrug steht die Wäsche-Infrastruktur häufig bereits vor der ersten Tat bereit.
Abgrenzung
Das Drei-Phasen-Modell ist ein Beschreibungsmodell, kein Rechtsbegriff. Der Straftatbestand in §261 StGB kennt keine Phasen; er erfasst das Verbergen, Umtauschen, Übertragen und Verwahren von Gegenständen, die aus einer Straftat stammen. Seit der Reform vom März 2021 ist jede Straftat taugliche Vortat, der frühere Katalog ist entfallen. Das Modell hilft trotzdem, weil es die Frage ordnet, an welcher Stelle eine Bank, ein Krypto-Dienstleister oder ein Ermittler eingreifen kann. Beim industrialisierten Anlagebetrug verschwimmen die Phasen: Das Geld des Opfers geht direkt in eine vorbereitete Wäsche-Infrastruktur, das Placement fällt praktisch mit der Tat zusammen.
Was das Modell nicht abbildet
Es beschreibt den Weg des Geldes, nicht die Organisation dahinter. Wer Geldwäsche als Dienstleistung anbietet, taucht im Modell nicht auf; dafür braucht es die Begriffe Professional Money Launderer und Laundering as a Service. Es beschreibt auch nicht, dass Kryptowerte alle drei Phasen in Minuten durchlaufen können, während das Modell aus einer Zeit stammt, in der jede Phase Tage brauchte.
Quellen
§261 StGB in der Fassung des Gesetzes zur Verbesserung der strafrechtlichen Bekämpfung der Geldwäsche vom 9. März 2021. FATF, The Forty Recommendations, Fassung 2012 mit laufenden Änderungen, Glossar. FATF, Professional Money Laundering (2018). Europol, IOCTA 2026, Kapitel zur Geldwäsche.
Im Nachschlagewerk
Eintrag II.1 des Werks ordnet die Techniken aus Kapitel II den drei Phasen zu, beschreibt den Sonderfall der vorbereiteten Infrastruktur beim Anlagebetrug und nennt die Erkennungsmerkmale, die in jeder Phase an Verpflichtete adressiert sind. Die Quellenzeile nennt Fundstelle, Fassung und Datum.
→ Vertiefung: Ein Geschäftsmodell, eine Infrastruktur, drei EtikettenFragen zu diesem Begriff
Was beschreibt das Drei-Phasen-Modell der Geldwäsche?
Klassisches Beschreibungsmodell in drei Phasen: Einschleusen inkriminierter Gelder in den Finanzkreislauf (Placement), Verschleiern der Herkunft über Transaktionsketten (Layering), Rückführung in den legalen Wirtschaftskreislauf (Integration). Beim industrialisierten Anlagebetrug steht die Wäsche-Infrastruktur häufig bereits vor der ersten Tat bereit.
Wovon ist Geldwäsche abzugrenzen?
Das Drei-Phasen-Modell ist ein Beschreibungsmodell, kein Rechtsbegriff. Der Straftatbestand in §261 StGB kennt keine Phasen; er erfasst das Verbergen, Umtauschen, Übertragen und Verwahren von Gegenständen, die aus einer Straftat stammen. Seit der Reform vom März 2021 ist jede Straftat taugliche Vortat, der frühere Katalog ist entfallen. Das Modell hilft trotzdem, weil es die Frage ordnet, an welcher Stelle eine Bank, ein Krypto-Dienstleister oder ein Ermittler eingreifen kann.
Was bildet das Drei-Phasen-Modell nicht ab?
Es beschreibt den Weg des Geldes, nicht die Organisation dahinter. Wer Geldwäsche als Dienstleistung anbietet, taucht im Modell nicht auf; dafür braucht es die Begriffe Professional Money Launderer und Laundering as a Service. Es beschreibt auch nicht, dass Kryptowerte alle drei Phasen in Minuten durchlaufen können, während das Modell aus einer Zeit stammt, in der jede Phase Tage brauchte.
Kremp, Tobias: Geldwäsche (Drei-Phasen-Modell). In: Glossar der digitalen Finanzkriminalität, digitale-enteignung.de, Stand September 2026. https://digitale-enteignung.de/glossar/geldwaesche