Laundering-as-a-Service
Laundering-as-a-Service, LaaS, Geldwäsche als Dienstleistung, Money Laundering as a Service.
Definition
Geschäftsmodell, bei dem Geldwäscheleistungen als standardisiertes, buchbares Produkt angeboten werden, mit Preisliste, Bestellweg und Abwicklung, in der Regel über Messenger-Kanäle oder Marktplätze. Der Kunde muss den Anbieter nicht kennen. Er wählt eine Leistung, hinterlegt den Betrag, erhält das Ergebnis.
Erscheinungsform in der Praxis
Angeboten werden Bausteine: Stablecoins gegen Bargeld in einer bestimmten Stadt, Stablecoins gegen Bankguthaben in einem bestimmten Land, Umtausch in Privacy Coins, Konten mit Verifikation, Weiterleitung über Mule-Netzwerke. Die Preise sind nach den Feststellungen der FATF risikobasiert gestaffelt: Werte mit höherem Entdeckungsrisiko werden zu höheren Gebühren gewaschen als unauffällige Erlöse. Die Anbieter werben mit Erfolgsquote, Geschwindigkeit und Erreichbarkeit.
Das Modell hat die Eintrittsbarriere für Betrug gesenkt. Ein kleiner Betrugsbetrieb ohne eigene Geldwäschekompetenz kauft sie ein wie Hosting oder Software. Die Guarantee-Marktplätze (II.15) sind der Ort, an dem LaaS in größtem Umfang gehandelt wird.
Erkennungsmerkmale
- Werbung in Messenger-Kanälen mit Preisliste und Leistungsbeschreibung
- Anbieter mit Bewertungen und Referenzen auf Marktplätzen
- On-Chain: Adressen mit Eingängen aus vielen unverbundenen Quellen und standardisierten Ausgängen
- Abwicklung über Treuhänder
Abgrenzung
Zum PML (III.13): LaaS ist die Vertriebsform, der PML der Anbieter. Zum Fraud-as-a-Service (III.15): FaaS liefert Werkzeuge für den Betrug, LaaS für die Verwertung des Erlöses. Beide werden oft von denselben Marktplätzen angeboten.
Quelle
- FATF, Investigating Professional Money Laundering, Underground Banking, and the Use of Hawala and Other Similar Service Providers (September 2026), Rn. 45 (S. 25)
- FinCEN, Special Measure Regarding Huione Group, as a Foreign Financial Institution of Primary Money Laundering Concern, Finding und Notice of Proposed Rulemaking, 90 FR 18934 (05.05.2025)
- FATF, Virtual Assets: Targeted Update on Implementation of the FATF Standards on Virtual Assets and VASPs (Juli 2026)
Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag III.14. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/laundering-as-a-service
Fragen zu diesem Begriff
Was ist Laundering-as-a-Service?
Geschäftsmodell, bei dem Geldwäscheleistungen als standardisiertes, buchbares Produkt angeboten werden, mit Preisliste, Bestellweg und Abwicklung, in der Regel über Messenger-Kanäle oder Marktplätze. Der Kunde muss den Anbieter nicht kennen. Er wählt eine Leistung, hinterlegt den Betrag, erhält das Ergebnis.
Woran erkennt man Laundering-as-a-Service?
Werbung in Messenger-Kanälen mit Preisliste und Leistungsbeschreibung; Anbieter mit Bewertungen und Referenzen auf Marktplätzen; On-Chain: Adressen mit Eingängen aus vielen unverbundenen Quellen und standardisierten Ausgängen; Abwicklung über Treuhänder.
Wovon ist Laundering-as-a-Service abzugrenzen?
Zum PML (III.13): LaaS ist die Vertriebsform, der PML der Anbieter. Zum Fraud-as-a-Service (III.15): FaaS liefert Werkzeuge für den Betrug, LaaS für die Verwertung des Erlöses. Beide werden oft von denselben Marktplätzen angeboten.