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Professional Money Launderer (PML)

III.13 · Kapitel III · Akteure und Strukturen

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag III.13 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

Begriff und Synonyme

Professional Money Launderer, PML, professioneller Geldwäscher. FATF-Kategorie seit 2018.

Definition

Person oder Organisation, die Geldwäsche als Dienstleistung für Dritte gegen Entgelt anbietet, ohne an der Vortat beteiligt zu sein. Der PML ist auf Geldwäsche spezialisiert und arbeitet für verschiedene Auftraggeber: Drogenhandel, Betrug, Korruption, Steuerhinterziehung.

Erscheinungsform in der Praxis

Die FATF unterscheidet drei Erscheinungsformen: den einzelnen Spezialisten (Buchhalter, Anwalt, Vermögensverwalter, Kryptohändler), die Organisation (Netzwerk mit Arbeitsteilung, etwa ein CMLN) und das Netzwerk aus Organisationen (mehrere PML-Strukturen, die zusammenarbeiten). Der PML bietet in der Regel ein komplettes Paket: Entgegennahme, Verschleierung, Rückführung, zu einem Prozentsatz des Betrags, der mit dem Risiko steigt.

Im Kryptobereich sind PML die Betreiber von OTC-Diensten (II.10), Nested Services (II.9), Mule-Netzwerken (III.10) und die Anbieter auf Guarantee-Marktplätzen (II.15). Sie sind der Grund, warum ein Betrugsbetrieb keine eigene Geldwäscheinfrastruktur braucht: Er kauft sie.

Die Trennung von Vortat und Geldwäsche hat strafrechtliche Konsequenzen. Der PML kann wegen Geldwäsche verfolgt werden, auch wenn die Vortat im Ausland liegt und nicht ermittelt ist, solange sie eine Straftat ist. Das ist seit 2021 nach §261 StGB für jede Vortat der Fall.

Für die Compound-Industrie beschreibt FinCEN die Arbeitsteilung als Regel: Der Compound spricht mit dem Opfer, der PML bewegt das Geld. Die Verbindung zwischen beiden stellen Guarantee Marketplaces her (II.15), auf denen chinesische Geldwäschenetzwerke (III.1) ihre Dienste anbieten. FinCEN bezeichnet diese Netzwerke als die inzwischen dominierenden PML für transnationale Organisationen weltweit.

Erkennungsmerkmale

Abgrenzung

Zum Finanzagenten (III.7): Der Finanzagent ist Werkzeug, der PML Organisator. Zum CMLN (III.1): Ein CMLN ist ein PML in Organisationsform. Zum Enabler (III.16): Der Enabler liefert eine Teilleistung, der PML die Geldwäsche als Ganzes.

Quelle

  1. FATF, Professional Money Laundering (Juli 2018)
  2. FATF, Investigating Professional Money Laundering, Underground Banking, and the Use of Hawala and Other Similar Service Providers (September 2026)
  3. § 261 StGB
  4. FinCEN, Alert on Money Laundering Activity Associated with Digital Asset Investment Scam Centers, FIN-2026-Alert005 (03.09.2026)
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag III.13. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/professional-money-launderer

Fragen zu diesem Begriff

Was ist ein Professional Money Launderer?

Person oder Organisation, die Geldwäsche als Dienstleistung für Dritte gegen Entgelt anbietet, ohne an der Vortat beteiligt zu sein. Der PML ist auf Geldwäsche spezialisiert und arbeitet für verschiedene Auftraggeber: Drogenhandel, Betrug, Korruption, Steuerhinterziehung.

Woran erkennt man einen Professional Money Launderer?

Person oder Struktur mit Zahlungsverkehr für viele unverbundene Auftraggeber; Provisionsmodell erkennbar (feste Prozentsätze); Infrastruktur, die über den Bedarf eines einzelnen Geschäfts hinausgeht; Verbindungen zu mehreren Deliktsbereichen; Fachkenntnis in Finanz-, Gesellschafts- oder Kryptostrukturen.

Wovon ist ein Professional Money Launderer abzugrenzen?

Zum Finanzagenten (III.7): Der Finanzagent ist Werkzeug, der PML Organisator. Zum CMLN (III.1): Ein CMLN ist ein PML in Organisationsform. Zum Enabler (III.16): Der Enabler liefert eine Teilleistung, der PML die Geldwäsche als Ganzes.

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Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · Änderungen werden im Änderungsnachweis des Werks geführt.
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