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MiCA (Markets in Crypto-Assets)

IV.3 · Kapitel IV · Instrumente: Regulatorik, Aufsicht, Forensik

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag IV.3 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

→ Vertiefung: MiCA: Der 1. Juli zieht eine Linie
Begriff und Synonyme

Markets in Crypto-Assets Regulation, MiCA, MiCAR. Verordnung (EU) 2023/1114. Deutsch: Verordnung über Märkte für Kryptowerte.

Definition

Das erste EU-Regelwerk, das Kryptowerte vollständig erfasst, soweit sie nicht bereits als Finanzinstrumente reguliert sind. MiCA regelt die Emission von Kryptowerten, die Zulassung und Beaufsichtigung von Dienstleistern und den Marktmissbrauch. Es gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten.

Erscheinungsform in der Praxis

MiCA gliedert sich in mehrere Titel mit unterschiedlichen Anwendungsbeginnen. Die Vorschriften für Stablecoins (wertreferenzierte Token und E-Geld-Token, Titel III und IV) gelten seit dem 30. Juni 2024. Die Vorschriften für sonstige Kryptowerte, für CASPs und gegen Marktmissbrauch gelten seit dem 30. Dezember 2024.

Für die Bekämpfung digitaler Finanzkriminalität hat MiCA drei Wirkungen. Erstens: CASPs sind identifizierbare, zugelassene, beaufsichtigte Unternehmen mit Sorgfaltspflichten. Zweitens: Stablecoin-Emittenten unterliegen Reserve-, Rücknahme- und Transparenzpflichten und dürfen in der EU nur mit Zulassung tätig sein. Drittens: Marktmanipulation und Insiderhandel mit Kryptowerten sind verboten, womit MiCA für Pump-and-Dump-Schemata (I.14) ein eigenes Marktmissbrauchsregime schafft.

MiCA regelt nicht die Geldwäscheprävention. Diese folgt aus dem Geldwäschegesetz und ab 2027 aus der AMLR (IV.11). MiCA regelt auch nicht dezentrale Protokolle ohne Anbieter und nicht Kryptowerte, die Finanzinstrumente sind.

Praktische Hinweise

Bei Fragen zur Zulässigkeit eines Angebots ist MiCA der erste Anlaufpunkt. Bei Fragen zur Geldwäsche das GwG. Die beiden werden in der Praxis vermischt.

Abgrenzung

Zur AMLR (IV.11): MiCA regelt den Markt, AMLR die Geldwäscheprävention. Zur TFR (IV.4): Die TFR ist ein Begleitgesetz zu MiCA, das die Travel Rule für Kryptotransfers umsetzt.

Quelle

  1. Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Art. 149 (Geltung ab 30.12.2024, Titel III und IV ab 30.06.2024), Titel VI (Marktmissbrauch)
  2. ESMA und EBA, Leitlinien und technische Standards zu MiCA
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag IV.3. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/mica

Fragen zu diesem Begriff

Was bedeutet MiCA?

Das erste EU-Regelwerk, das Kryptowerte vollständig erfasst, soweit sie nicht bereits als Finanzinstrumente reguliert sind. MiCA regelt die Emission von Kryptowerten, die Zulassung und Beaufsichtigung von Dienstleistern und den Marktmissbrauch. Es gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten.

Was ist bei MiCA in der Praxis zu beachten?

Bei Fragen zur Zulässigkeit eines Angebots ist MiCA der erste Anlaufpunkt. Bei Fragen zur Geldwäsche das GwG. Die beiden werden in der Praxis vermischt.

Wovon ist MiCA abzugrenzen?

Zur AMLR (IV.11): MiCA regelt den Markt, AMLR die Geldwäscheprävention. Zur TFR (IV.4): Die TFR ist ein Begleitgesetz zu MiCA, das die Travel Rule für Kryptotransfers umsetzt.

Seit wann gilt MiCA?

In zwei Stufen. Die Vorschriften für Stablecoins (Titel III und IV) gelten seit dem 30. Juni 2024, die übrigen Teile, darunter die Zulassungspflicht für Krypto-Dienstleister, seit dem 30. Dezember 2024. Für Anbieter mit bestehender nationaler Erlaubnis sah die Verordnung Übergangsfristen von bis zu 18 Monaten vor; Deutschland hat sie auf ein Jahr verkürzt, sodass der Bestandsschutz Ende 2025 auslief. Die BaFin führt die Aufsicht in Deutschland. Die Einordnung zum Stichtag steht im Beitrag MiCA-Stichtag.

Schützt MiCA vor Anlagebetrug?

Nur mittelbar. Die Verordnung schafft Zulassungspflichten, Informationspflichten und Haftungsregeln für Anbieter, die sich der Aufsicht stellen. Betrugsplattformen tun das nicht. Sie sitzen außerhalb der EU, arbeiten ohne Zulassung und verschwinden, bevor eine Aufsicht reagiert. Der Nutzen von MiCA für Geschädigte liegt an anderer Stelle: Wer prüft, ob ein Anbieter in den Registern der ESMA oder der BaFin steht, erkennt die meisten Betrugsplattformen schon vor der ersten Einzahlung.

Was ist der Unterschied zwischen VASP und CASP?

Die Rechtsquelle. VASP ist der Begriff der FATF und bezeichnet weltweit Anbieter von Dienstleistungen mit virtuellen Vermögenswerten. CASP ist der Begriff der MiCA-Verordnung und bezeichnet in der EU zugelassene Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen. Ein CASP ist in der Regel zugleich VASP; umgekehrt ist nur CASP, wer in der EU nach MiCA zugelassen ist.

Ergänzende Fragen online, Stand Oktober 2026.

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Kapitel IV stellt MiCA (IV.3) neben TFR (IV.4), Travel Rule (IV.5), AMLR (IV.11) und GwG (IV.12): den europäischen Rechtsrahmen, mit dem Aufsicht und Verpflichtete arbeiten. Alle Einträge stehen frei im Glossar. Das Buch ergänzt Lesepfade nach Rolle, zitierfähige Kernzahlen, die Konkordanz zur Polizeilichen Kriminalstatistik und die Anhänge.
  • HardcoverErste Ausgabe 2026, 248 Seiten, ISBN 978-3-6967-6404-3. Stand der Ersten Ausgabe 2026.59 €

Preis inkl. MwSt.

Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · online korrigiert am 04.10.2026 · Korrekturen im Änderungsnachweis
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