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AMLA (Anti-Money Laundering Authority)

IV.10 · Kapitel IV · Instrumente: Regulatorik, Aufsicht, Forensik

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag IV.10 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

→ Vertiefung: MiCA: Der 1. Juli zieht eine Linie
Begriff und Synonyme

Authority for Anti-Money Laundering and Countering the Financing of Terrorism, AMLA. Deutsch: EU-Behörde zur Bekämpfung der Geldwäsche. Sitz Frankfurt am Main.

Definition

Neue EU-Behörde, errichtet durch Verordnung (EU) 2024/1620, die ab 2028 ausgewählte Finanzinstitute mit hohem grenzüberschreitenden Risiko direkt beaufsichtigt, die nationalen Aufsichtsbehörden koordiniert und die Zusammenarbeit der nationalen FIUs unterstützt. Sie ist das institutionelle Kernstück des EU-Geldwäschepakets.

Erscheinungsform in der Praxis

Die Behörde hat 2025 in Frankfurt ihre Arbeit aufgenommen und baut Personal auf. Die direkte Aufsicht beginnt 2028 mit einer ersten Auswahl von rund vierzig Instituten, darunter voraussichtlich Kryptodienstleister mit erheblicher grenzüberschreitender Tätigkeit. Bis dahin bereitet sie technische Standards, Leitlinien und die Auswahlmethodik vor und übernimmt die Koordination zwischen den nationalen FIUs.

Für den Kryptobereich ist AMLA aus zwei Gründen relevant. Erstens: Erstmals wird es eine europäische Aufsicht geben, die CASPs mit Sitz in einem Mitgliedstaat und Kunden in allen anderen direkt beaufsichtigen kann. Bisher liegt die Aufsicht beim Sitzland, was zu Aufsichtsarbitrage führt. Zweitens: Die Koordination der FIUs betrifft genau die Verdachtsmeldungen, die bei grenzüberschreitenden Kryptotransfers heute in nationalen Systemen liegen bleiben.

Praktische Hinweise

Für Compliance: AMLA-Leitlinien werden ab 2027 die Auslegung der AMLR bestimmen. Für Ermittler: Der FIU-Koordinationsmechanismus wird die Anfrage an ausländische FIUs beschleunigen.

Abgrenzung

Zur BaFin: Die nationale Aufsicht bleibt für alle nicht direkt beaufsichtigten Institute zuständig. Zur ESMA: Die Zulassung nach MiCA erteilt die nationale Aufsicht; ESMA führt das Register und koordiniert, AMLA verantwortet die Geldwäscheprävention. Zur FIU (IV.14): AMLA koordiniert, ersetzt aber keine nationale FIU.

Quelle

  1. Verordnung (EU) 2024/1620 (AMLA-Verordnung)
  2. AMLA, About AMLA, Zeitplan (Auswahl von 40 Verpflichteten 2027, Beginn der direkten Aufsicht 2028, Sitz Frankfurt am Main)
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag IV.10. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/amla

Fragen zu diesem Begriff

Was bedeutet AMLA?

Neue EU-Behörde, errichtet durch Verordnung (EU) 2024/1620, die ab 2028 ausgewählte Finanzinstitute mit hohem grenzüberschreitenden Risiko direkt beaufsichtigt, die nationalen Aufsichtsbehörden koordiniert und die Zusammenarbeit der nationalen FIUs unterstützt. Sie ist das institutionelle Kernstück des EU-Geldwäschepakets.

Was ist bei AMLA in der Praxis zu beachten?

Für Compliance: AMLA-Leitlinien werden ab 2027 die Auslegung der AMLR bestimmen. Für Ermittler: Der FIU-Koordinationsmechanismus wird die Anfrage an ausländische FIUs beschleunigen.

Wovon ist AMLA abzugrenzen?

Zur BaFin: Die nationale Aufsicht bleibt für alle nicht direkt beaufsichtigten Institute zuständig. Zur ESMA: Die Zulassung nach MiCA erteilt die nationale Aufsicht; ESMA führt das Register und koordiniert, AMLA verantwortet die Geldwäscheprävention. Zur FIU (IV.14): AMLA koordiniert, ersetzt aber keine nationale FIU.

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Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · online korrigiert am 04.10.2026 · Korrekturen im Änderungsnachweis
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