OSINT (Open Source Intelligence)
Gewinnung von Erkenntnissen aus offen zugänglichen Quellen. In der Krypto-Forensik verbindet OSINT On-Chain-Daten mit Spuren aus Foren, sozialen Netzwerken, Registern und Leaks zu einem belastbaren Gesamtbild.
Abgrenzung
OSINT nutzt Quellen, die jedem offenstehen: Webseiten, soziale Netzwerke, Foren, Handelsregister, Domain-Verzeichnisse, veröffentlichte Datenlecks. Was ein Passwort, einen Beschluss oder ein Rechtshilfeersuchen braucht, ist nicht OSINT. Die Blockchain selbst ist eine offene Quelle; die Cluster-Analyse ist deshalb ein Teil der OSINT-Arbeit, die Auskunft einer Börse ist es nicht. Die Grenze wird in der Praxis oft überschritten, etwa wenn Daten aus einem Leck genutzt werden, deren Beschaffung selbst eine Straftat war. Das berührt die Verwertbarkeit.
Wozu OSINT in der Krypto-Forensik dient
Drei Aufgaben: Erstens die Zuordnung einer Adresse zu einer Person oder einem Dienst, etwa weil die Adresse in einem Forum, auf einer Spendenseite oder in einem Leck auftaucht. Zweitens die Rekonstruktion der Täterinfrastruktur, etwa der Domains einer gefälschten Handelsplattform, ihrer Hosting-Anbieter und ihrer Vorgänger. Drittens die Absicherung einer Aussage gegen Widerspruch: Eine Zuordnung, die aus zwei unabhängigen offenen Quellen stammt, ist mehr wert als eine Zuordnung aus einem kommerziellen Werkzeug, dessen Methode nicht offengelegt ist.
Quellen
Europol, IOCTA 2026. INTERPOL, Cyber Threat Assessment 2025/2026. Bellingcat, Online Investigation Toolkit, laufend gepflegt, als Beispiel für die Systematik offener Quellen. Für die Verwertbarkeit: §§94 ff. StPO und die Rechtsprechung zur Beweisverwertung.
Im Nachschlagewerk
Eintrag IV.32 des Werks beschreibt die OSINT-Schritte einer Krypto-Ermittlung in der üblichen Reihenfolge, die Dokumentationsanforderungen und die Grenzen, an denen ein Beschluss oder ein Rechtshilfeersuchen nötig wird. Die Quellenzeile nennt Fundstelle, Fassung und Datum.
→ Vertiefung: Chain Trace Academy: ErmittlungstrainingFragen zu diesem Begriff
Was ist OSINT?
Gewinnung von Erkenntnissen aus offen zugänglichen Quellen. In der Krypto-Forensik verbindet OSINT On-Chain-Daten mit Spuren aus Foren, sozialen Netzwerken, Registern und Leaks zu einem belastbaren Gesamtbild.
Wovon ist OSINT abzugrenzen?
OSINT nutzt Quellen, die jedem offenstehen: Webseiten, soziale Netzwerke, Foren, Handelsregister, Domain-Verzeichnisse, veröffentlichte Datenlecks. Was ein Passwort, einen Beschluss oder ein Rechtshilfeersuchen braucht, ist nicht OSINT. Die Blockchain selbst ist eine offene Quelle; die Cluster-Analyse ist deshalb ein Teil der OSINT-Arbeit, die Auskunft einer Börse ist es nicht. Die Grenze wird in der Praxis oft überschritten, etwa wenn Daten aus einem Leck genutzt werden, deren Beschaffung selbst eine Straftat war. Das berührt die Verwertbarkeit.
Wozu dient OSINT in der Krypto-Forensik?
Drei Aufgaben: Erstens die Zuordnung einer Adresse zu einer Person oder einem Dienst, etwa weil die Adresse in einem Forum, auf einer Spendenseite oder in einem Leck auftaucht. Zweitens die Rekonstruktion der Täterinfrastruktur, etwa der Domains einer gefälschten Handelsplattform, ihrer Hosting-Anbieter und ihrer Vorgänger. Drittens die Absicherung einer Aussage gegen Widerspruch: Eine Zuordnung, die aus zwei unabhängigen offenen Quellen stammt, ist mehr wert als eine Zuordnung aus einem kommerziellen Werkzeug, dessen Methode nicht offengelegt ist.
Kremp, Tobias: OSINT (Open Source Intelligence). In: Glossar der digitalen Finanzkriminalität, digitale-enteignung.de, Stand September 2026. https://digitale-enteignung.de/glossar/osint