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Sucker List (Opferliste)

III.19 · Kapitel III · Akteure und Strukturen

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag III.19 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

Begriff und Synonyme

Sucker List, Opferliste, Mug List (britisch), Lead List (im Täterjargon).

Definition

Zusammenstellung von Kontaktdaten und Profilinformationen von Personen, die bereits Opfer eines Betrugs wurden, mit Angaben zu Art des Betrugs, verlorenem Betrag, Reaktion und Vermögensverhältnissen. Die Liste wird verkauft und ist Grundlage für Zweitbetrug, insbesondere Recovery Scams (I.7).

Erscheinungsform in der Praxis

Ein Betrugsbetrieb, der ein Opfer ausgeschöpft hat, verkauft dessen Daten weiter. Der Käufer weiß: Diese Person hat gezahlt, sie war erreichbar, sie hatte Vermögen, sie hat vermutlich Scham und Rückholwunsch. Das ist mehr wert als jede Adressliste. Die Listen werden auf Marktplätzen nach Land, Betrugsart und Betrag gehandelt. Datensätze bereits geschädigter Personen gelten unter Tätern als besonders wertvoll.

Manche Betriebe führen Opfer intern weiter: Nach dem Cybertrading-Verlust meldet sich die "Rückholabteilung" desselben Callcenters. Das Opfer erkennt den Zusammenhang nicht, weil Name, Nummer und Firma wechseln.

Die Existenz von Opferlisten erklärt, warum Geschädigte über Jahre kontaktiert werden und warum eine Anzeige den Kontaktversuchen kein Ende setzt.

Erkennungsmerkmale

Abgrenzung

Zur Re-Viktimisierung (III.20): Die Liste ist das Werkzeug, die Re-Viktimisierung die Folge. Zur Datenpanne: Opferlisten stammen aus dem Betrug selbst, nicht aus gestohlenen Datenbanken.

Quelle

  1. INTERPOL, Global Financial Fraud Threat Assessment, Second Edition (März 2026), Abschnitt Investment Fraud (Re-Viktimisierung)
  2. FTC, Refund and Recovery Scams (Verbraucherinformation, zuletzt aktualisiert 13.08.2026)
  3. UK Financial Conduct Authority, Verbraucherhinweis "Recovery room scams" (Weiterverkauf von Opferdaten an weitere Recovery Rooms)
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag III.19. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/sucker-list

Fragen zu diesem Begriff

Was ist eine Sucker List?

Zusammenstellung von Kontaktdaten und Profilinformationen von Personen, die bereits Opfer eines Betrugs wurden, mit Angaben zu Art des Betrugs, verlorenem Betrag, Reaktion und Vermögensverhältnissen. Die Liste wird verkauft und ist Grundlage für Zweitbetrug, insbesondere Recovery Scams (I.7).

Woran erkennt man den Einsatz einer Sucker List?

Kontaktaufnahme durch Unbekannte mit Kenntnis des Erstbetrugs; Angebote zur Rückholung, Entschädigung, Sammelklage kurz nach dem Verlust; Anrufe von wechselnden Nummern mit ähnlichem Anliegen; Für Ermittler: Opfer mehrerer Betriebe mit identischer Reihenfolge der Kontakte.

Wovon ist eine Sucker List abzugrenzen?

Zur Re-Viktimisierung (III.20): Die Liste ist das Werkzeug, die Re-Viktimisierung die Folge. Zur Datenpanne: Opferlisten stammen aus dem Betrug selbst, nicht aus gestohlenen Datenbanken.

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Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · Änderungen werden im Änderungsnachweis des Werks geführt.
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