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Glossar · Aus dem Nachschlagewerk

Aufklärungsquote

V.8 · Kapitel V · Statistik und Erfassung

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag V.8 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

Begriff und Synonyme

Aufklärungsquote, Kurzform AQ. International "clearance rate".

Definition

Der Anteil der aufgeklärten Fälle an allen erfassten Fällen eines Schlüssels im Berichtsjahr, ausgedrückt in Prozent. Ein Fall gilt als aufgeklärt, wenn nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens ein Tatverdächtiger mit bekannten Personalien die Tat begangen hat. Strafunmündige Kinder zählen dabei als Tatverdächtige mit. Aufgeklärt bedeutet nicht angeklagt, nicht verurteilt und nicht, dass der Schaden ersetzt wurde.

Erscheinungsform in der Praxis

Für Schlüssel 513200 liegt die Aufklärungsquote 2025 im Inland bei 43,0 Prozent und bei Auslandstaten bei 4,2 Prozent. Die Inlandsquote ist gegenüber 2024 (61,3 Prozent) um mehr als 18 Prozentpunkte gefallen. Für die Auslandsquote existiert nur ein Vorjahreswert, weil die PKS-Ausland erst seit 2024 veröffentlicht wird: 2024 lag sie bei 10,7 Prozent (1.734 aufgeklärte von 16.156 Fällen), 2025 bei 4,2 Prozent. Die Fallzahl hat sich um drei Viertel erhöht, die Zahl der aufgeklärten Fälle ist um rund ein Drittel gesunken. Über alle Delikte lag die Auslandsquote 2025 bei 4,5 Prozent (2024: 5,4 Prozent). Anlagebetrug liegt mit 4,2 Prozent leicht darunter.

Die Auslandsquote von 4,2 Prozent bedeutet: In 1.197 von 28.465 Fällen wurde ein Tatverdächtiger ermittelt. Die PKS weist die Rolle dieser Tatverdächtigen nicht aus. Nach der Erfassungslogik der Anlage 6, die den Fall nur bei fehlendem Tatbeitrag im Inland in die PKS-Ausland stellt, und nach dem Aufbau des Geldflusses (III.7) dürfte es sich häufig um Finanzagenten und Kontoinhaber in Deutschland handeln. Die eigentlichen Täter im Ausland bleiben in der Regel unbekannt. Der Fall ist statistisch aufgeklärt, der Betrug ist es nicht.

Praktische Hinweise

Die Aufklärungsquote misst die Ermittlungsleistung der Polizei nur bei Delikten, die im Inland und mit ermittelbaren Tatverdächtigen begangen werden. Bei grenzüberschreitendem digitalen Betrug misst sie in vielen Fällen, ob ein Finanzagent oder Kontoinhaber im Inland identifiziert wurde. Eine niedrige Auslandsquote ist ein strukturelles Merkmal des Phänomens, keine Aussage über die Qualität der Ermittlungsarbeit. Wer sie als Leistungskennzahl liest, liest sie falsch.

Aufklärungsquoten aus Grundtabelle und Auslandstabelle dürfen nicht gemittelt oder addiert werden.

Abgrenzung

Die Aufklärungsquote ist zu unterscheiden von der Verurteilungsquote (Strafverfolgungsstatistik), von der Rückführungsquote (existiert in keiner amtlichen Statistik) und von der Anzeigequote (siehe V.12).

Quelle

  1. BKA, Richtlinien für die Führung der Polizeilichen Kriminalstatistik, Fassung 01.01.2025 (V 1.3, Stand 30.06.2025), Nr. 2.1.2 Aufgeklärter Fall (S. 6), Nr. 2.2 (S. 7), Nr. 2.7.1 Aufklärungsquote (S. 9), Nr. 4.3 (S. 20)
  2. BKA, PKS 2024, Tabelle 01-A Grundtabelle Auslandstaten (Berichtsjahr 2024, V1.0, 11.02.2025), Zeile 513200 (16.156 Fälle, 1.734 aufgeklärt, Aufklärungsquote 10,7 Prozent)
  3. BKA, PKS 2025, Bundestabellen, Tabelle 01 (V1.1), Tabelle 01-A (V1.0), Tabelle 01 Fallentwicklung (V1.0), Zeile 513200
  4. BKA, Polizeiliche Kriminalstatistik 2025, IMK-Bericht "Ausgewählte Zahlen im Überblick" (V1.2, April 2026), Kap. 4.3, Tabelle 4.3-T01 (S. 16), S. 6 Fn. 2
  5. BKA, PKS-Richtlinien 2025, Anlage 6 (PKS-Ausland), Regelungen zur Erfassung von Auslandstaten (V 1.0, Stand 21.05.2025), Nr. 2.1.4 (S. 7 f.)
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag V.8. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/aufklaerungsquote

Fragen zu diesem Begriff

Was ist die Aufklärungsquote?

Der Anteil der aufgeklärten Fälle an allen erfassten Fällen eines Schlüssels im Berichtsjahr, ausgedrückt in Prozent. Ein Fall gilt als aufgeklärt, wenn nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens ein Tatverdächtiger mit bekannten Personalien die Tat begangen hat. Strafunmündige Kinder zählen dabei als Tatverdächtige mit. Aufgeklärt bedeutet nicht angeklagt, nicht verurteilt und nicht, dass der Schaden ersetzt wurde.

Wie ist die Aufklärungsquote in der Praxis zu lesen?

Die Aufklärungsquote misst die Ermittlungsleistung der Polizei nur bei Delikten, die im Inland und mit ermittelbaren Tatverdächtigen begangen werden. Bei grenzüberschreitendem digitalen Betrug misst sie in vielen Fällen, ob ein Finanzagent oder Kontoinhaber im Inland identifiziert wurde. Eine niedrige Auslandsquote ist ein strukturelles Merkmal des Phänomens, keine Aussage über die Qualität der Ermittlungsarbeit. Wer sie als Leistungskennzahl liest, liest sie falsch.

Wovon ist die Aufklärungsquote abzugrenzen?

Die Aufklärungsquote ist zu unterscheiden von der Verurteilungsquote (Strafverfolgungsstatistik), von der Rückführungsquote (existiert in keiner amtlichen Statistik) und von der Anzeigequote (siehe V.12).

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