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Glossar · Aus dem Nachschlagewerk

Sextortion mit Kryptozahlung

I.25 · Kapitel I · Betrugstypologien

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag I.25 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

Begriff und Synonyme

Sextortion, zusammengesetzt aus Sex und Extortion. Deutsch: sexuelle Erpressung. Hier in der Variante mit Kryptowerten als Zahlungsweg.

Definition

Erpressung mit der Drohung, intime Aufnahmen des Opfers zu veröffentlichen, sofern keine Zahlung erfolgt. Die Aufnahmen können real sein (nach Täuschung zur Selbstaufnahme entstanden), gestohlen oder frei erfunden. Die Zahlung wird in Kryptowerten verlangt.

Erscheinungsform in der Praxis

Zwei Formen. Erstens die massenhafte Erpressungsmail: Der Täter behauptet, den Rechner des Opfers infiziert und es beim Konsum von Pornografie gefilmt zu haben, nennt zur Glaubwürdigkeit ein altes, aus Datenlecks stammendes Passwort und fordert Zahlung an eine Bitcoin-Adresse. Es gibt keine Aufnahme. Zweitens die gezielte Sextortion: Der Täter baut über soziale Medien Kontakt auf, bringt das Opfer zu intimen Aufnahmen und droht danach mit Veröffentlichung. Diese Form trifft in erheblichem Umfang Minderjährige, überwiegend männliche Jugendliche. Die Täter arbeiten organisiert, häufig aus Westafrika, mit Skripten; INTERPOL berichtet zudem von Sextortion aus Scam-Compounds in Südostasien, teils mit KI-manipulierten Bildern. Die Zahlungsforderungen sind klein, die Frequenz hoch.

Erkennungsmerkmale

Abgrenzung

Sextortion ist Erpressung (§253 StGB), kein Betrug. Der Eintrag steht in diesem Kapitel wegen der Kryptozahlung und der Überschneidung der Täterstrukturen mit Romance Scam. Zu Ransomware: Beide erpressen mit Kryptozahlung, Ransomware verschlüsselt Daten, Sextortion droht mit Veröffentlichung. Eine Zahlung beendet die Erpressung in der Regel nicht.

Quelle

  1. INTERPOL, Global Financial Fraud Threat Assessment, Second Edition (März 2026), S. 15 (KI-gestützte Sextortion aus Compounds), S. 25 (Afrika), S. 27
  2. FBI, Warnhinweise zu Sextortion (fbi.gov)
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag I.25. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/sextortion

Fragen zu diesem Begriff

Was bedeutet Sextortion mit Kryptozahlung?

Erpressung mit der Drohung, intime Aufnahmen des Opfers zu veröffentlichen, sofern keine Zahlung erfolgt. Die Aufnahmen können real sein (nach Täuschung zur Selbstaufnahme entstanden), gestohlen oder frei erfunden. Die Zahlung wird in Kryptowerten verlangt.

Wovon ist Sextortion mit Kryptozahlung abzugrenzen?

Sextortion ist Erpressung (§253 StGB), kein Betrug. Der Eintrag steht in diesem Kapitel wegen der Kryptozahlung und der Überschneidung der Täterstrukturen mit Romance Scam. Zu Ransomware: Beide erpressen mit Kryptozahlung, Ransomware verschlüsselt Daten, Sextortion droht mit Veröffentlichung. Eine Zahlung beendet die Erpressung in der Regel nicht.

Umschlag des Nachschlagewerks
Aus dem Nachschlagewerk
Dieser Eintrag ist einer von 131.
Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Alle Einträge stehen frei im Glossar. Das Buch ordnet sie in fünf Kapiteln und ergänzt, was es nur dort gibt: Lesepfade nach Rolle, zitierfähige Kernzahlen, die Konkordanz zur Polizeilichen Kriminalstatistik und die Anhänge.
  • HardcoverErste Ausgabe 2026, 248 Seiten, ISBN 978-3-6967-6404-3. Stand der Ersten Ausgabe 2026.59 €

Preis inkl. MwSt.

Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · Änderungen werden im Änderungsnachweis des Werks geführt.
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