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Impersonation Scam / Behördenbetrug

I.22 · Kapitel I · Betrugstypologien

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag I.22 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

Begriff und Synonyme

Impersonation Scam, Identitätsvortäuschung. Deutsch: Behördenbetrug, falscher Polizist, falscher Beamter. Im Kryptobereich auch Fake Regulator Scam.

Definition

Betrug, bei dem sich der Täter als Angehöriger einer Behörde, einer Aufsicht, einer Bank oder eines Unternehmens ausgibt, um das Opfer unter Berufung auf diese Rolle zu Zahlungen oder zur Herausgabe von Zugangsdaten zu bewegen.

Erscheinungsform in der Praxis

Im Kryptobereich treten drei Rollen auf. Erstens die Aufsicht: Ein angeblicher Mitarbeiter von BaFin, ESMA oder einer ausländischen Behörde teilt mit, das Konto des Opfers sei in ein Verfahren verwickelt, eine Zahlung sei zur Freigabe oder als Sicherheitsleistung nötig. Zweitens die Strafverfolgung: Angebliche Europol- oder Polizeibeamte behaupten, das Opfer sei Ziel eines Ermittlungsverfahrens, seine Werte müssten zur Sicherung auf ein "sicheres Wallet" übertragen werden. Drittens die Börse: Ein angeblicher Sicherheitsmitarbeiter meldet verdächtige Aktivität und verlangt Verifikation über Seed-Phrase oder Zugangscode.

Die Täter nutzen gefälschte Dokumente, gespoofte Rufnummern, Briefköpfe und Namen realer Mitarbeiter. Bei Recovery Scams (I.7) ist die Behördenrolle die häufigste Tarnung.

Der Zahlweg muss nicht digital sein. FinCEN berichtet nach Angaben der Strafverfolgung, dass Täter im Behördenbetrug Geschädigte anweisen, Goldmünzen oder Goldbarren zu kaufen und einem Kurier zu übergeben, der im Auftrag der Täter oder ihrer Geldwäscher abholt; auch Geschenkkarten werden verlangt. Als Red Flag nennt FinCEN den Kunden, der Mittel aus einem Anlage- oder Rentenkonto abzieht, um bei einem Edelmetallhändler Gold zu kaufen, und angibt, er solle es einem Kurier aushändigen. Der Weg berührt weder Bank noch Blockchain; er ist für die Erkennung im Institut die letzte Gelegenheit vor dem Verlust.

Erkennungsmerkmale

Abgrenzung

Behörden verlangen keine Zahlungen in Kryptowerten und keine Übertragung auf Sicherungs-Wallets. Zum Fake Support Scam (I.23): Der Fake Support gibt sich als Dienstleister aus, der Impersonation Scam als Autorität. Zum CEO Fraud (I.33): Dort wird eine Person innerhalb des Unternehmens des Opfers imitiert.

Quelle

  1. BaFin, Betrug mit dem Namen der BaFin (Verbraucherinformation)
  2. FBI Internet Crime Complaint Center (IC3), 2025 Internet Crime Report (2026), Government Impersonation
  3. INTERPOL, Global Financial Fraud Threat Assessment, Second Edition (März 2026) (Impersonation Fraud)
  4. FinCEN, Alert on Money Laundering Activity Associated with Digital Asset Investment Scam Centers, FIN-2026-Alert005 (03.09.2026)
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag I.22. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/impersonation-scam

Fragen zu diesem Begriff

Was bedeutet Impersonation Scam?

Betrug, bei dem sich der Täter als Angehöriger einer Behörde, einer Aufsicht, einer Bank oder eines Unternehmens ausgibt, um das Opfer unter Berufung auf diese Rolle zu Zahlungen oder zur Herausgabe von Zugangsdaten zu bewegen.

Wovon ist Impersonation Scam abzugrenzen?

Behörden verlangen keine Zahlungen in Kryptowerten und keine Übertragung auf Sicherungs-Wallets. Zum Fake Support Scam (I.23): Der Fake Support gibt sich als Dienstleister aus, der Impersonation Scam als Autorität. Zum CEO Fraud (I.33): Dort wird eine Person innerhalb des Unternehmens des Opfers imitiert.

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Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · Änderungen werden im Änderungsnachweis des Werks geführt.
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