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Glossar · Aus dem Nachschlagewerk

Privacy Coins

II.6 · Kapitel II · Geldwäschetechniken

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Eintrag II.6 aus dem Nachschlagewerk, Fassung 2.1 · Redaktionsstand 05.09.2026

Begriff und Synonyme

Privacy Coins, Anonymitäts-Token, Anonymity-Enhanced Cryptocurrencies (AEC). Bekannteste Vertreter: Monero, Zcash, Dash (in seiner PrivateSend-Funktion).

Definition

Kryptowerte, deren Protokoll die Transaktionsdaten verschleiert: Absender, Empfänger, Betrag oder alle drei. Anders als bei Bitcoin oder Ethereum ist die Kette nicht öffentlich lesbar. Die Verschleierung ist Standard, nicht Zusatzfunktion.

Erscheinungsform in der Praxis

Monero ist die relevanteste Variante, weil die Verschleierung verpflichtend ist und nicht abgeschaltet werden kann. Darknet-Märkte haben Monero teilweise als einziges Zahlungsmittel akzeptiert. Ransomware-Gruppen bieten Rabatt bei Zahlung in Monero. Bei Betrugserlösen ist Monero seltener, weil die Opfer in Stablecoins oder Bitcoin zahlen und der Wechsel in Monero einen weiteren Tausch erfordert, der an einer Börse oder einem Swap-Dienst Spuren hinterlässt.

Regulatorisch ist die Richtung klar. Die EU-Geldwäscheverordnung, die ab dem 10. Juli 2027 gilt, untersagt Kreditinstituten, Finanzinstituten und Kryptodienstleistern in Artikel 79 das Führen anonymer Konten, einschließlich Konten, die Transaktionen durch anonymitätsverstärkende Kryptowährungen verschleiern. Zahlreiche Börsen haben Privacy Coins bereits ausgelistet. Japan und Südkorea haben den Handel nach Presseberichten bereits früher eingeschränkt. Der Effekt ist, dass Privacy Coins vom regulierten Markt abgeschnitten werden und der Ein- und Ausstieg über unregulierte Wege laufen muss, was wiederum Spuren erzeugt.

Für Ermittler ist Monero das schwierigste Terrain. Öffentlich bekannte Analyseansätze beruhen auf statistischen Schwächen älterer Protokollversionen und auf Erkenntnissen an den Ein- und Ausstiegspunkten, nicht auf einer Entschlüsselung der Kette.

Erkennungsmerkmale

Abgrenzung

Zum Mixer (II.4): Der Mixer verschleiert einzelne Transaktionen auf einer transparenten Kette, der Privacy Coin verschleiert alle Transaktionen auf Protokollebene. Zur Rechtslage: Der Besitz von Privacy Coins ist in der EU nicht verboten. Verboten wird das Anbieten durch Verpflichtete.

Quelle

  1. Verordnung (EU) 2024/1624 (AMLR), Art. 79 (anonyme Konten, anonymitätsverstärkende Kryptowährungen), Art. 90 (Geltung ab 10.07.2027)
  2. FATF, Virtual Assets: Targeted Update on Implementation of the FATF Standards on Virtual Assets and VASPs (Juli 2026)
  3. Europol, Internet Organised Crime Threat Assessment (IOCTA) 2026, doi 10.2813/5737847
Diesen Eintrag zitieren

Kremp, Tobias: Typologien digitaler Finanzkriminalität. Ein Nachschlagewerk. Fassung 2.1, Stand September 2026, Eintrag II.6. Online: https://digitale-enteignung.de/glossar/privacy-coins

Fragen zu diesem Begriff

Was bedeutet Privacy Coins?

Kryptowerte, deren Protokoll die Transaktionsdaten verschleiert: Absender, Empfänger, Betrag oder alle drei. Anders als bei Bitcoin oder Ethereum ist die Kette nicht öffentlich lesbar. Die Verschleierung ist Standard, nicht Zusatzfunktion.

Wovon ist Privacy Coins abzugrenzen?

Zum Mixer (II.4): Der Mixer verschleiert einzelne Transaktionen auf einer transparenten Kette, der Privacy Coin verschleiert alle Transaktionen auf Protokollebene. Zur Rechtslage: Der Besitz von Privacy Coins ist in der EU nicht verboten. Verboten wird das Anbieten durch Verpflichtete.

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Redaktionsstand 05.09.2026 · Fassung 2.1 · Änderungen werden im Änderungsnachweis des Werks geführt.
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