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Glossar · Digitale Finanzkriminalität

DeFi (Decentralized Finance)

Finanzanwendungen auf Basis von Smart Contracts, die ohne zentralen Betreiber funktionieren. Für die Geldwäsche relevant, weil viele Protokolle keine Identitätsprüfung kennen und Transaktionen automatisiert ablaufen.

Von , Blockchain-Analyst und Fachautor · Glossar der digitalen Finanzkriminalität · Stand September 2026

Abgrenzung

DeFi ist der Oberbegriff, eine DEX ist eine seiner Anwendungen, eine Bridge eine andere. Der Unterschied zu einer klassischen Börse liegt im Fehlen einer Stelle, die Konten führt und Kunden kennt; die Technik des Handels ist zweitrangig. Viele Angebote, die sich DeFi nennen, haben trotzdem einen Betreiber: ein Entwicklerteam, das den Vertrag ändern kann, eine Stiftung, die die Oberfläche betreibt, oder Token-Inhaber, die abstimmen. Die FATF stellt in ihrer Leitlinie von 2021 klar, dass Personen mit Kontrolle oder ausreichendem Einfluss auf ein DeFi-Angebot Dienstleister sein können, auch wenn das Protokoll sich dezentral nennt.

Rechtlicher Rahmen

Die europäische MiCA-Verordnung nimmt Krypto-Dienstleistungen, die vollständig dezentral und ohne Intermediär erbracht werden, von ihrem Anwendungsbereich aus. Die Grenze, ab wann ein Angebot vollständig dezentral ist, hat der Gesetzgeber nicht definiert; die Auslegung liegt bei den Aufsichtsbehörden. Für die Geldwäscheaufsicht bleibt damit eine Lücke, die in der FATF-Bestandsaufnahme jährlich beschrieben wird.

Quellen

FATF, Updated Guidance for a Risk-Based Approach to Virtual Assets and VASPs (Oktober 2021), Abschnitt 67 ff. zu DeFi. Verordnung (EU) 2023/1114 (MiCA), Erwägungsgrund 22. FATF, Targeted Update 2026, Abschnitt zu DeFi.

Im Nachschlagewerk

Eintrag II.20 des Werks beschreibt, wie inkriminierte Werte durch DeFi-Protokolle laufen, woran ein Analyst die Nutzung von Liquiditätspools und Kreditprotokollen erkennt und welche Ansatzpunkte trotz fehlender Kundenkonten bleiben. Die Quellenzeile nennt Fundstelle, Fassung und Datum.

→ Vertiefung: Blockchain verstehen (Whitepaper)

Fragen zu diesem Begriff

Was ist DeFi?

Finanzanwendungen auf Basis von Smart Contracts, die ohne zentralen Betreiber funktionieren. Für die Geldwäsche relevant, weil viele Protokolle keine Identitätsprüfung kennen und Transaktionen automatisiert ablaufen.

Wovon ist DeFi abzugrenzen?

DeFi ist der Oberbegriff, eine DEX ist eine seiner Anwendungen, eine Bridge eine andere. Der Unterschied zu einer klassischen Börse liegt im Fehlen einer Stelle, die Konten führt und Kunden kennt; die Technik des Handels ist zweitrangig. Viele Angebote, die sich DeFi nennen, haben trotzdem einen Betreiber: ein Entwicklerteam, das den Vertrag ändern kann, eine Stiftung, die die Oberfläche betreibt, oder Token-Inhaber, die abstimmen.

Wie ist DeFi rechtlich eingeordnet?

Die europäische MiCA-Verordnung nimmt Krypto-Dienstleistungen, die vollständig dezentral und ohne Intermediär erbracht werden, von ihrem Anwendungsbereich aus. Die Grenze, ab wann ein Angebot vollständig dezentral ist, hat der Gesetzgeber nicht definiert; die Auslegung liegt bei den Aufsichtsbehörden. Für die Geldwäscheaufsicht bleibt damit eine Lücke, die in der FATF-Bestandsaufnahme jährlich beschrieben wird.

Verwandte Begriffe
Diesen Begriff zitieren

Kremp, Tobias: DeFi (Decentralized Finance). In: Glossar der digitalen Finanzkriminalität, digitale-enteignung.de, Stand September 2026. https://digitale-enteignung.de/glossar/defi

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